Nahrungsergänzungsmittel – Wechselwirkungen

In einer groß angelegten deutschen Studie gaben 70 % der Befragten an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Bei einer solch hohen Anzahl an Konsumenten sollten sich die Menschen selbstverständlich auch der möglichen Wechselwirkungen bewusst sein. Genauer gesagt, geht es im heutigen Artikel nicht um die Wechselwirkungen von NEM mit Medikamenten, sondern um die Interaktion der einzelnen Nährstoffe untereinander.

Nahrungsergänzungsmitteln – warum ist eine richtige Aufnahme von so wichtig?

Das beste Präparat nützt leider nicht viel, wenn es falsch angewendet wird. Aus diesem Grund gibt es bestimmte Tageszeiten und Essgewohnheiten, die bei der Einnahme unterschiedlicher Nahrungsergänzungsmittel beachtet werden sollen. Sämtliche Einnahmekriterien aller Nährstoffe aufzulisten würde jedoch bei weitem den Rahmen sprengen. Außerdem beinhaltet ein Beipackzettel in der Regel eine Verzehrempfehlung hinsichtlich der Dosis und Uhrzeit.

Allerdings sind Dosis und Uhrzeit eben nicht alles. Die Aufnahme eines Nährstoffes durch den Körper kann vereinfacht oder erschwert werden, und zwar ganz leicht. Falsch eingenommen können sogar Nebenwirkungen wie Allergien oder Unverträglichkeiten auftreten. Aus diesem Grund: Immer die Packungsbeilage lesen, bei Bedarf einen Arzt kontaktieren und sich an ein paar einfache Grundsachen halten.

Tipp: Versuchen Sie, möglichst pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, die nicht mit Füllstoffen angereichert sind, zu verwenden. Diese erkennt man leicht daran, dass in der Zutatenliste Pflanzennamen auftauchen. In der Regel gilt also – je mehr Pflanzennahmen auf der Zutatenliste stehen, desto natürlicher das Mittel und je mehr einzelne Vitamine aufgelistet sind, desto mehr synthetische Inhaltsstoffe.

Fettlösliche Vitamine in flüssiger Form

Fettlösliche Vitamine nicht nüchtern einnehmen

Ein wichtiger Punkt, der bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oft übersehen wird, ist eine besondere Eigenschaft von fettlöslichen Vitaminen. Diese sollten immer während oder nach einer Mahlzeit aufgenommen werden, um den besten Effekt zu erzielen. In dieser Zeit können sie am besten vom Körper aufgenommen und verwertet werden.

Zu den fettlöslichen Vitaminen zählen:

  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Vitamin K

Sollten Sie gerade nicht die Möglichkeit haben, etwas zu essen, hilft ein einfacher Trick. Nehmen Sie einen EL hochwertiges Speiseöl zusammen mit dem jeweiligen Vitamin ein.

Tipp: Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt sollten generell versuchen, Nahrungsergänzungsmittel nicht auf nüchternen Magen einzunehmen. Das ist in der Regel verträglicher und lindert die Beschwerden.

Auf nützliche Kombinationen achten

Neben der Tatsache, dass bestimmte Vitamine auf nüchternen Magen eingenommen werden sollten und andere nicht, gibt es auch nützliche Kombinationen der einzelnen Nährstoffe. Bestimmte Mineralstoffe und Vitamine entfalten ihre Wirkung besser und schneller, wenn sie zusammen aufgenommen werden. Aus diesem Grund sollten Sie diese kombinieren, um die Aufnahme und Verwertung durch den Organismus zu optimieren.

Eisen und Vitamin C

Jeder, der einen Eisenmangel hat, kennt das leidige Problem: Obwohl man regelmäßig Eisen einnimmt, füllen sich die Speicher nicht und beim nächsten Arzttermin sind die Hämoglobinwerte niedrig wie immer. Versuchen Sie es doch mal mit Vitamin C! In dieser Kombination kann der Körper das Eisen besser aufnehmen und verarbeiten. Dafür müssen Sie übrigens kein zusätzliches Präparat kaufen – ein Glas Orangensaft zur Eisentablette reicht vollkommen aus.

Vitamin D und Magnesium

Vor allem Sportler sollten die wohltuende Wirkung von Magnesium kennen – es hemmt die Beschwerden bei Muskelkater und kann sie sogar verhindern. Doch das ist lange nicht alles. Magnesium ist für sehr viele körpereigene Prozesse wichtig, unter anderem für die Haut, die Psyche und die Nerven. Vitamin D soll das Immunsystem stärken und sich an bestimmten  hormonellen Prozessen beteiligen. In Kombination werden die beiden Stoffe optimal aufgenommen und verwertet, was sich langfristig positiv auf Ihre Gesundheit auswirken kann.

Calcium und Magensäure

Niemals sollte Calcium auf nüchternen Magen eingenommen werden. Es braucht Magensäure, um vom Körper aufgenommen zu werden und diese wird im Rahmen einer Mahlzeit anderweitig verwendet. Aus diesem Grund ist es wichtig, Calcium auf nüchternen Magen, also idealerweise vor dem Essen einzunehmen.

Interessant: Mengenmäßig stellt Calcium das wichtigste Mineral im menschlichen Körper dar und sorgt unter anderem für starke Knochen und gesunde Zähne.

Fazit: Wechselwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln lassen sich weitgehend kontrollieren
Durch kleine Tricks, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen, können Sie die Aufnahme der für Sie wichtigen Nahrungsergänzungsmittel optimieren. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Sie bestimmte Mengen nicht auf Dauer überschreiten, es sei denn, Ihr Arzt ordnet dies ausdrücklich an. Generell gilt: Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte keinen Nährstoff in einer Menge enthalten, die 100 % der empfohlenen Tagesdosis überschreitet.

Literaturangaben
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/nahrungsergaenzung/nahrungsergaenzung- information/nahrungsergaenzungsmittel-richtig-einnehmen
https://loewi.com/magazin-wechselwirkungen/
https://www.sports-health.de/blog/einnahmefehler_vermeiden
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/mineralstoffe-spurenelemente/calcium- uebersicht/calcium-richtig-einnehmen
https://de.statista.com/infografik/24797/umfrage-zum-konsum-von-nahrungsergaenzungsmitteln-in- deutschland/#:~:text=70%20Prozent%20der%20f%C3%BCr%20den,der%20Studien%2DTeilnehmer_i nnen%20zus%C3%A4tzlich%20einnimmt.