Bei einer Gehirnerschütterung ist schnelle Hilfe notwenig.

Erste Hilfe bei einer Gehirnerschütterung

Eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) ist ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) der leichten Art. Die vorübergehende Funktionsstörung entsteht durch Stauung des Gehirns bei stumpfer Gewalt, ohne bleibenden Schaden. Die häufigsten Ursachen sind Stürze, Schläge auf den Kopf oder Verkehrsunfälle. Nach einem Boxkampf, Knock-out (K. o.) lässt sich aus ärztlicher Sicht der gesetzmäßige Ablauf der Erschütterung gut verfolgen.

Welche Symptome treten bei einer Gehirnerschütterung auf?

Die Symptome einer Gehirnerschütterung erfolgen meistens direkt nach dem Unfall mit einer kurzen Bewusstlosigkeit. Sie dauern manchmal nur einige Sekunden oder Minuten. Mitunter auch bis zu 12 Stunden später. Ob eine Gehirnerschütterung vorliegt, lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung feststellen. Dabei achtet der Arzt auf Gedächtnislücken und Sehstörungen. Außerdem auf  motorische Fähigkeiten wie Augen-Handkoordination und den Bewusstseinszustand. Ist die Diagnose nicht eindeutig, wird eine Computertomografie (CT) veranlasst. 

Die Anzeichen werden in vier Stadien eingeteilt:

Stadium 1 Die Bewusstlosigkeit dauert wenigen Sekunden oder Minuten. Die Haut ist blass mit kaltem Schweiß bedeckt und verlangsamten Puls (Bradykardie). Die Atmung ist tief, die Pupillen sind verengt und alle Muskeln sind erschlafft.

Stadium 2 Nach dem Erwachen ist der Verletzte irritiert und kann sich an den Unfall nicht mehr erinnern (Amnesie). Der Verletzte klagt über Kopfschmerzen und muss sich übergeben. Die Pupillen sind erweitert und die Haut sieht erholt aus. Der Allgemeinzustand ist schwach und es folgt ein tiefer Schlaf.

Stadium 3 Nach einigen Tagen treten verstärkt die Kopfschmerzen und der Schwindel wieder auf. Die Körpertemperatur, Puls und Blutdruck können steigen oder schwanken. 

Stadium 4 Wenn alles gut verläuft, ist nach einigen Tagen alles überstanden und der Betroffene ist beschwerdefrei. Manchmal vergehen auch einige Wochen mit Kopfschmerzen, Schwindel und verminderter Konzentration. Nach spätestens sechs Monaten sind die Beschwerden vorbei.

Nach einer Gehirnerschütterung

Nach einer Gehirnerschütterung ist für 24 Stunden von Getränken und Speisen abzuraten. Danach nehmen Sie wenig leichte Kost zu sich oder nur Flüssigkeit in Form von ungesüßten Tee oder verdünnten Obstsaft. Kein Alkohol! Bei einer Kreislaufschwäche muss der Kreislauf mit ärztlicher Hilfe unterstützt werden. Bettruhe ist die beste Therapie. Die Lagerung erfolgt in flacher Position ohne Kopfkissen. In schweren Fällen oder bei Verdacht auf ein Schädelhämatom ist eine Krankenhausbehandlung angebracht.

Was passiert im Schädel bei einer Gehirnerschütterung?

Das Gehirn (Encephalon) hat ein Gewicht von durchschnittlich 1250 Gramm und ist umgeben von Gehirnhäuten und ungefähr 12 Milliarden Nervenzellen. Es liegt im geschützten Schädelknochen und wird zusätzlich von der Hirnflüssigkeit (Liquor) geschützt. Dadurch kann das Gehirn leichte Stöße gefahrlos abfangen. Bei einem festen Schlag gegen den Kopf oder bei einem Sturz reicht der Schutz vom Liquor nicht mehr aus und das Gehirn prallt gegen die Schädeldecke. Je nach Heftigkeit sind die Symptomen und Schmerzen unterschiedlich. Bei einem heftigen Stoß gegen die harte Schädeldecke kann eine Schädelprellung mit Gehirnschaden entstehen.

Komplikationen bei einem Gehirntrauma

Bereits bei kleinen Stößen gegen den Kopf kann sich ein epidurales Hämatom bilden. Das heißt: Ein Bluterguss (Hämatom) entsteht zwischen dem Schädelknochen und den mit Hirnhaut umgebenem Gehirn. Weitet sich der Bluterguss aus, kann er nicht durch die Schädeldecke und drückt daher auf das Gehirn. Dadurch kann es zu Lähmungserscheinungen oder vorübergehend zur Bewusstlosigkeit kommen. Meisten entstehen diese schweren Komplikationen erst bei einem starken Aufprall.

Kopfschmerzen bei Gehirnerschütterung

Erste Hilfe bei einer Gehirnerschütterung

Bereits bei einem Verdacht handeln Sie wie folgt:

  • Lassen Sie den Bewusstlosen nicht alleine und rufen den Notarzt.
  • Kontrollieren Sie den Puls und achten auf die Atmung.
  • Bewahren Sie Ruhe und lagern den Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper.
  • Sprechen Sie mit dem Betroffenen, damit er bei Bewusstsein bleibt.

Das müssen Sie wissen! Eine Gehirnerschütterung kann jeden treffen. Achten Sie besonders auf Kinder die sich den Kopf stoßen und anders reagieren als Erwachsene. Anzeichen sind häufig, wenn Kinder über Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen klagen oder sich ständig an den Kopf fassen oder reiben. Oder ist das Kind ungewöhnlich müde? Sehen Sie sich die Pupillen an. Sind sie verengt oder unterschiedlich geweitet, rufen Sie einen Arzt.

Literaturangaben
Springer.com
Das große Readers Digest Gesundheitsbuch ISBN 38700726