Sodbrennen ist aufsteigende Magensäure.

Was ist Sodbrennen- wodurch wird es verursacht?

Sodbrennen ist eine Überproduktion der Magensäure, die über einen Reflux (Rückfluss) in die Speiseröhre gelangt. Dabei werden die empfindlichen Schleimhäute der Speiseröhre schmerzhaft gereizt. Meistens, wenn der untere Schließmuskel (Sphinkter) der Speiseröhre (Oesophagus) zum Magen nicht richtig schließt. Wir sagen Ihnen genau, warum die Säure aufsteigt und welche Hausmittel helfen.

Woher weiß ich, ob Sodbrennen harmlos oder krankhaft ist?

Das ist schnell erklärt. Wird Sodbrennen durch den Rückfluss von Magensäure nach dem Essen ausgelöst, können harmlose Verdauungsstörungen die Ursache sein. Meiden Sie entweder die unverträglichen Speisen oder andere auslösenden Faktoren. (Die werden noch erklärt).

Krankhaft?

Es könnte ein Geschwür sein, wenn Sie bereits vor der Mahlzeit an Sodbrennen leiden. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie mehrmals in der Woche oder über einen Monat Sodbrennen haben.

Auch bei diesen Beschwerden:

  • Schluckbeschwerden
  • blutiges Erbrechen 
  • blutiger oder schwarzer Stuhl
  • ausstrahlende Schmerzen im Nacken und Schulterbereich
  • Schwindelgefühl mit Benommenheit und Kurzatmigkeit

Sodbrennen tritt meistens nach dem Essen auf. Diese können die Auslöser sein.

  • Nach Koffeinkonsum, wozu auch Tee gehört
  • Alkoholgenuss
  • zu viel oder zu schnell gegessen 
  • spätes Essen am Abend
  • fettes Fleisch
  • Stress kann die Säureproduktion im Magen erhöhen
  • Schokolade durch die Süße und Fett
  • verqualmte Luft kann den Schließmuskel der Speiseröhre einengen, was zu einer
  • erhöhte Säureproduktion führt.
  • Limonade durch den Zuckergehalt und kohlensäurehaltige Getränke erhöhen die Magensaftproduktion.
  • Medikamente wie Antidepressiva oder Beruhigungsmittel können Sodbrennen auslösen oder verschlimmern.
  • Frittierte Speisen
Sodbrennen ist besonders in der Nacht unangehmen

Leiden Sie nachts unter Sodbrennen? 

Bei Sodbrennen ist es nicht empfehlenswert, waagerecht zu liegen. So kann die Magensäure in die Speiseröhre fließen. Erhöhen Sie das Kopfteil ihres Bettes bis zu 15 m Zentimeter an.

Was sind die besten Hausmittel gegen Sodbrennen?

Es gibt viel Hausmittel, die sofort helfen und meistens auch im Haushalt zu finden sind. 

  • Beleibte Menschen tragen gerne zum Gürtel zusätzlich Hosenträger. Der Gürtel kann auf den Magen drücken und Sodbrennen verursachen. Lassen Sie den Gürtel weg, Hosenträger sind ausreichend. 
  • Gürtelträger sollten stattdessen Hosenträgern tragen.
  • Bei akuten Sodbrennen, ist Stehen die beste Position.
  • Oft wird Sodbrennen beim Vorneigen ausgelöst. Gehen Sie mit geraden Rücken in die Knie, wenn Sie sich bücken. 
  • Entspannungstechniken lösen innere Anspannung und infolgedessen die Speiseröhre.
  • Ingwerwurzel hat eine entspannte und beruhigende Wirkung auf den Magen und Nerven. Nehmen Sie Ingwerkapseln oder Ingwer als Tee oder eine frische Wurzel nur zum darauf beißen. Nach dem Essen.
  • Magenbitter sind nach dem Essen beliebt. Hilfreich sind „Enzianwurzel“ oder  „Wermut“.
  • Apfelessig ist ein erfrischendes Getränk. Dazu nehmen Sie einen Teelöffel Essig auf 200 ml Wasser und trinken es zum Essen.
  • Anstatt säurebindende Medikamente ist auch „Bull Riechsalz“ in Form von Tabletten oder Pulver geeignet. Aber nicht bei Bluthochdruck!
  • Spargelpulver in lauwarmem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken ist sehr bekömmlich. Dazu nehmen Sie ein Teelöffel Pulver auf ein Glas Wasser.
  • Wacholderbeeren mag nicht jeder. Es ist aber sehr wirkungsvoll. Dazu zerdrücken Sie ein Teelöffel Beeren und füllen mit 250 ml Milliliter Wasser auf. Das soll sofort helfen.
  • Eine einfache Möglichkeit ist trockenes Weißbrot, was die Magensäure neutralisiert.
  • Ein Teelöffel Heilerde zur innerlichen Anwendung mit einem Glas Wasser  vermischt schluckweise trinken.

Welche Aufgaben hat die Magensäure?

Ein wichtiger Bestandteil der Magensäure sind Schleimstoffe (Muzine), eine Grundlage des Schleims. Sie überziehen die gesamte innere Wand des Magens schützend vor der Magensäure und wirken neutralisierend. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Schleimstoffe ist der Wirkstoff Bikarbonat. Es ist ein Enzym, um Fettsäuren zu spalten und reguliert den PH-Wert. Verdauungsenzyme zersetzen die Proteine, bis die langen Aminosäureketten sich vollständig zersetzt haben. Die Magenschleimhaut sorgt auch für die Aufnahme von Vitamin B12.

Die Magensäure ist notwendig, um den PH-Wert niedrig zu halten. Im gesunden Magen liegt der PH-Wert zwischen PH 1 bis PH 7 und verändert sich im Verlauf des Tages mit der Nahrungsaufnahme. Die durchschnittliche Konzentration der Magensäure beträgt einen PH-Wert von 1,0 und 1,5. Der mittlere und effektives PH-Wert liegt zwischen 2 und 4. Bei einem PH-Wert von 3 werden eiweißhaltige Nahrungen am besten gespalten. Ein niedriger PH-Wert enthält eine höhere Konzentration Magensäure als ein hoher PH-Wert. Was über einen PH-Wert von 7 hinausgeht, ist basisch. Die Magensäure hat noch mehr Aufgaben als den Nahrungsbrei aufzuspalten. Er schützt den Magen vor Bakterien, Pilzen und Vieren und kann so Krankheiten verhindern.

Wussten Sie, dass Zitrusfrüchte oder scharfe Gewürze kein Sodbrennen auslöst?

Literaturangaben
Ulstein- Ratgeber von Claire Loewenfeld und Phillip Back
DAS ABC der Gesundheit von Readers Digest