Die Kryolipolyse rückte in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der ästhetischen Medizin. Sie wird häufig mit Schlagworten wie „Fett wegfrieren“, „Abnehmen ohne OP“ oder sogar als „Alternative zur Fettabsaugung“ beworben. Besonders beliebt ist die Methode in Kosmetikstudios und anderen ästhetisch-medizinischen Einrichtungen.
Dabei treffen jedoch nicht selten hohe Erwartungen auf eine unzureichende oder verkürzte Aufklärung. In diesem Artikel geht es daher darum, was Kryolipolyse leisten kann und wo ihre klaren Grenzen liegen.
Was ist Kryolipolyse?
Die Kryolipolyse ist eine nicht-invasive ästhetische Behandlung zur Reduktion lokaler Fettdepots. Dabei wird gezielt Kälte eingesetzt, um die Fettzellen zu schädigen.
Da Fettzellen empfindlicher auf Kälte reagieren als umliegendes Gewebe wie Haut oder Muskeln, können sie durch die Behandlung dauerhaft geschädigt werden.
Wie funktioniert die Kryolipolyse?
Bei der Behandlung wird das Gewebe mit einem speziellen Applikator angesaugt (Applikatoren zum Auflegen gibt es auch) und über einen längeren Zeitraum stark gekühlt.
Durch die Kälteeinwirkung werden die Fettzellen geschädigt und sterben ab. Der Abbau dieser Zellen erfolgt anschließend schrittweise über den eigenen Stoffwechsel.
Sichtbare Ergebnisse zeigen sich frühestens nach mehreren Wochen, oft erst nach einigen Monaten.
Was kann Kryolipolyse leisten und was nicht?
Die Kryolipolyse ist für die gezielte Reduktion kleiner, hartnäckiger Fettpolster geeignet. Bevorzugte Areale sind hier:
- Bauch
- Hüften
- Rücken
- Beine
Die Kryolipolyse führt jedoch nicht zu einer allgemeinen Gewichtsabnahme, strafft keine Haut und ersetzt keine Bewegung oder ausgewogene Ernährung. Sie ist damit nicht geeignet für:
- klassisches Abnehmen
- Behandlung von starkem Übergewicht
- als Lösung bei Cellulite
Außerdem sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass es keine Garantie für sichtbare Ergebnisse gibt. Der punktuelle Fettabbau kann zeitweise durch Wassereinlagerungen überlagert werden, sodass Ergebnisse verzögert, abgeschwächt oder nicht sichtbar sind.
Wissenschaftliche Einschätzung
Studien zeigen, dass durch Kryolipolyse eine moderate Reduktion des Fettgewebes im behandelten Areal möglich ist.
Die Wirkung ist jedoch individuell sehr unterschiedlich und abhängig von der Ausgangssituation, dem verwendeten Behandlungsgerät und der Anzahl der Sitzungen. Auch der persönliche Lebensstil spielt natürlich eine Rolle, vor allem beim Erhalt erreichter Resultate.
Mögliche Nebenwirkungen:
Häufig:
- Rötungen
- Schwellungen
- Druck- oder Taubheitsgefühl
Seltener:
- Schmerzen
- Verhärtungen
Sehr selten:
- paradoxe Fettgewebsvermehrung
(das Fett nimmt im behandelten Areal zu statt ab)

Für wen ist Kryolipolyse geeignet?
Geeignet ist die Kryolipolyse vor allem für Menschen mit normalem oder leicht erhöhtem Körpergewicht und klar begrenzten Fettdepots.
Nicht geeignet ist sie hingegen bei ausgeprägter Kälteempfindlichkeit, bestimmten Stoffwechsel- oder Hauterkrankungen und natürlich im Verlauf einer Schwangerschaft.
Auch Menschen mit starkem Übergewicht sollten keine unrealistischen Erwartungen an die Kryolipolyse haben.
Rolle der Aufklärung
Wer sich für eine Kryolipolyse entscheidet, sollte auf einen seriösen Anbieter achten. Dieser klärt Sie realistisch über Wirkung und Grenzen auf und verspricht keine Wunder. Außerdem lehnt ein richtiger Experte ungeeignete Behandlungen ab.
Sollten Sie eins der folgenden Merkmale entdecken, sollten Sie sich sehr genau über die Kompetenz des Anbieters informieren:
- aggressive Werbung
- unrealistische Vorher-Nachher-Bilder
- fehlende medizinische Beratung
Fazit: Die Kryolipolyse wirkt in bestimmten Fällen
Die Kryolipolyse kann bei ausgewählten Personengruppen wirksam sein, ist jedoch kein Wundermittel zum Abnehmen. Die Ergebnisse sind begrenzt und individuell sehr unterschiedlich.
Sinnvoll ist die Methode nur bei realistischer Erwartung, guter Aufklärung und als Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil.

Ihre Erfahrungen?