Stress vermeiden – Was Stress fördert und was dagegen hilft

Im Jahr 2021 hat die Techniker Krankenkasse eine große „Stressstudie“ vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich jeder vierte Deutsche häufig gestresst fühlt. Kurz gesagt, fühlt sich etwa ein Viertel unserer Bevölkerung übermäßig gestresst, was zu zahlreichen Folgekrankheiten, wie Depressionen, Burnout und ähnlichem führen kann. Wie Sie Stress vermeiden können und was gegen bereits bestehenden Stress hilft, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Multitasking erzeugt Stress und macht auf Dauer unproduktiv

Bleiben wir zunächst bei der oben genannten Studie und schauen uns an, welche Symptome chronischer Stress mit sich bringen kann. Laut eigenen Angaben litten die Befragten vor allem unter folgenden Symptomen:

  • Erschöpfung bei 80 %
  • Schlafstörungen bei 52 %
  • Kopfschmerzen / Migräne bei 40 %
  • Niedergeschlagenheit / Depressionen bei 34 %

Hinzu kommen psychosomatische Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen oder Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt. Bereits an dieser Stelle können wir zweifellos festhalten: 

Stress, vor allem dauerhafter Stress, ist schädlich für den psychischen, geistigen und körperlichen Zustand. 

Kommen wir nun zum Multitasking. Experten zufolge kann Multitasking nicht nur Stress erzeugen, sondern auch unsere Produktivität negativ beeinflussen. Das kommt daher, dass Menschen, die mehrere Dinge gleichzeitig machen, sich dennoch immer wieder neu konzentrieren und umorientieren müssen. Manchen Menschen gelingt das schneller, innerhalb von wenigen Sekunden, weshalb sie sich dann für „multitaskingfähig“ halten. Anderen gelingt das gar nicht, beziehungsweise nur sehr langsam. 

„Wer nur für drei Minuten aus einer Aufgabe herausgerissen wird oder sich selbst einer neuen Aufgabe zuwendet, braucht danach zwei Minuten, um wieder auf dem gleichen Stand wie vorher zu sein. Wird der Beschäftigte sehr häufig unterbrochen, beziehungswiese lässt er sich selbst gerne ablenken, können sich die unnötig vergeudeten Minuten auf bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit addieren.“ Dr. Fritzi Wiessmann, Arbeits- und Organisationspsychologin.

Gemeinsam arbeiten und Stress vermeiden

Koffein gegen chronischen Stress 

Ist Ihnen aufgefallen, dass viele Menschen bei der Arbeit Kaffee trinken, und zwar besonders in Stresssituationen? Vielleicht gehören auch Sie zu diesen Menschen und haben sich bereits gefragt, woher der Wunsch nach Kaffee kommt. 

Vor wenigen Jahren wurde in Portugal ein passendes Experiment durchgeführt und Mäuse drei Wochen lang anhaltenden Belastungen ausgesetzt, um ihren Stresspegel zu erhöhen. Nach drei Wochen begannen die Mäuse, Symptome zu entwickeln, die denen von dauergestressten Menschen glichen. Im Rahmen der Studie wurde einigen Mäusen bereits während der drei Wochen Koffein verabreicht. 

Überraschenderweise zeigten Nager, die dem regelmäßigen Koffeingenuss ausgesetzt waren, weniger Erschöpfungssymptome und erholten sich schneller. 

Zwar ist die Studie relativ neu, aber bereits jetzt empfehlen immer mehr Experten Koffein zur Senkung des Stresslevels. Ganz nebenbei können sich die Kaffeepausen auch positiv auf Ihre Konzentration auswirken – warum also nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden?

Info: Übermäßiger Koffeinkonsum kann negative Folgen wie Kopfschmerzen, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten nach sich ziehen. 

Abschalten und Stress reduzieren  

Halten wir fest: Stress ist ungesund und macht uns unproduktiv. Damit Sie sich möglichst wenig gestresst fühlen, sollten Sie sich Ruhe gönnen. Bringen Sie Struktur in Ihren beruflichen und privaten Alltag und versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu machen. Wenn Sie sich auf eine Sache konzentrieren, werden Sie weniger Zeit benötigen, um diese auszuführen. Außerdem werden Sie sich tiefgreifender mit der Sache befassen können und dadurch bessere Ergebnisse erhalten. Machen Sie zwischendurch Pausen und gönnen Sie sich eine Auszeit, um Ihre Gedanken zu sammeln. Sie werden sehen, dass Ihre Produktivität und Ihre Motivation steigen werden. 

Ein weiterer Grund, Stress zu reduzieren, liegt am Cortisol. Dieses Hormon wird in Stresssituationen ausgeschüttet und kann zahlreiche negative Folgen mit sich bringen:

  • Erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Schlafstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • Erhöhter Blutdruck
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen

Tipp: Belohnen Sie sich! Es mag banal klingen, aber eine kleine Anerkennung wird Sie motivieren und Ihre Laune nachhaltig verbessern. Es muss nichts Großes sein und ist eher symbolisch zu verstehen. Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich selbst Anerkennung zollen und Ihre Erfolge feiern. 

Bitte beachten Sie, dass dieser Bericht keinen Arztbesuch ersetzt!

Literaturangaben
https://www.tk.de/presse/themen/praevention/gesundheitsstudien/tk-stressstudie-2021-2116458
https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/balance-im-job/weniger-stress-ohne-multitasking-2007152
https://www.spektrum.de/news/koffein-lindert-chronischen-stress/1351041#:~:text=Stress%20steigert%20bei%20manchen%20Menschen,nun%20ein%20Versuch%20mit%20M%C3%A4usen.&text=Koffein%20hilft%20offenbar%20gegen%20die%20Folgen%20von%20chronischem%20Stress.
https://www.pnas.org/doi/abs/10.1073/pnas.1423088112